Turnen

Diese Bezeichnung dieser Abteilung könnte sehr irreführend sein. Ein „neutraler“ Betrachter könnte meinen, dass im Turndress diese Typen aussehen, wie ein Eberhard Gienger oder ein Fabian Hambüchen – weit entfernt! Der Sportdress ist nicht weiß, eher bunt. Der Bauchansatz ist vorhanden, mal mehr und mal weniger, aber keiner versteckt es. Interessant ist ebenfalls, welche unterschiedlichsten Berufsbilder sich in der Truppe befinden, eine bunte Palette aller Schichten, aber Unterschiede merkt man nicht. Zwischen den Jüngsten und dem Ältesten liegen annähernd „fünfzig“ Jahre, aber eines haben sie alle gemeinsam, den „Spaß am Sport“.

Es wird kein Mannschaftssport betrieben, jeder macht es für sich. Der harte Kern sieht sich aber verpflichtet, am Montagabend anzutreten und sich im Wettkampf und unterschiedlicher Zusammensetzung beim Badminton, Volleyball oder Gymnastik zu messen.

Aber ebenso, wie wir regelmäßig Sport treiben, kehren wir anschließend gemeinsam ein, im Wechsel beim Otto im Hirschen und der Luise bzw. Wolfgang im Felsenkeller. Dass wir dabei nicht nur Wasser trinken, sondern auch das eine oder andere Bier heben, gehört auch zum Standard der Sportabteilung Turner. Es gibt sogar welche die regelmäßig Most trinken – manche haben dies nur „einmal“ probiert.

Dies könnte man nun als Kurzbeschreibung stehen lassen. Solche Gruppen – so werden viele sagen – wird es in vielen Sportvereinen geben, aber dennoch die Turner sind schon ein besonderer Haufen. Wer durch den Bazillus „Turner“ infiziert worden ist, findet dort nicht nur eine stetige sportliche, sondern auch eine gesellschaftliche Heimat. Gekämpft wird bis zur Verausgabung, auch wenn es nicht um Pokale geht. Der verschlagene Ball oder eine unglückliche Reaktion wird kommentiert, manchmal lustig, aber auch manchmal ehrgeizig. Dennoch wird der Schwächere mitgenommen, öfters begleitet mit ständigen Belehrungen, von angeblich Besseren. Dass diese dann ebenso „Querschläger“ loslassen, bringt das Ganze wieder ins Lot. So gibt es den Hermann, der sich über eine gute Aktion freut, wie ein kleines Kind, sich dabei auf die Oberschenkel klopft und die Freunde schon enttäuscht sind, wenn er dies nicht macht. Oder wenn der „Winter’s Franz“ sich selbst anbrüllt, weil wieder mal seine eigene Aktion daneben ging.

(© Franz Winter)