Geschichte

Geschichte

TSV 08 Dürrwangen - Die ersten hundert Jahre

  • Vor dem 1. Weltkrieg

    Es war das Jahr 1908, als im Frühjahr die Dürrwanger Bürger beschlossen, einen Verein für Leibeserziehung zu gründen. Die Gründungsversammlung fand am 08. Mai 1908 im Gasthaus „Lamm“ statt. Der Verein gab sich den Namen „Turnverein 08 Dürrwangen“. Nun fanden regelmäßig Turnübungsstunden an eigens beschafften Geräten im „Lammsaal“ statt. Außerdem wurde eine Ringerstaffel aufgestellt. Noch im selben Jahr konnte eine Faustballmannschaft bei der Kreismeisterschaft mithalten. In der Folge schlossen sich immer mehr junge, turnbegeisterte Männer dem Verein an.


    In der Generalversammlung 1911 wurde die Anschaffung einer Vereinsfahne beschlossen. Der „große Spender“ war der Fabrikant Karl Bohl, der Mitbegründer des für Dürrwangen bis heute bedeutsamen Pinselhaarzurichterei-Handwerks. Die Fahnenweihe fand am 4. Juni 1912 im sogenannten „Hirschenwirtskeller“ statt und war ein großes Ereignis für die ganze Gemeinde. Patenverein war der „Turnverein 1912 Markt Weiltingen“ (Die Fahne wurde zum 100-jährigen Vereinsjubiläum „wiederentdeckt“, umfangreich restauriert und soll künftig den ihr angemessenen Platz im Verein wiederfinden).


    Der 1. Weltkrieg brachte allen Sport zum Erliegen. Viele Turner wurden zu den Waffen gerufen. Auch von unserer Gemeinde forderte der Krieg viele Opfer.

  • Zwischen den Weltkriegen

    Nach dem Krieg wurde erstmals im Jahre 1919 wieder eine Generalversammlung einberufen. Besonders vier Männern war es zu verdanken, dass der Sportbetrieb wieder auflebte: Karl Bohl, Gregor Deffner, Hermann Engelhardt und Anton Mösch. 


    Im Jahre 1922 wurde der Entschluss gefasst, eine Turnhalle zu bauen; wohl der kühnste Entschluss eines Vereins in dieser Zeit. Stadtbaumeister Neeser fertigte den Plan. Baumeister Josef Durst sen. Übernahm die Bauleitung. Es sollte ein Hallenbau mit Vereinszimmer, Küche und Getränkeausschank werden. Wegen der Finanzierung setzte man sich mit dem Brauhaus in Dinkelsbühl in Verbindung und verpflichtete sich im Gegenzug zur Bierabnahme. Die Vereinswirte Anna Baumgärtner und Therese Wachter übernahmen Bürgschaften. 


    Standort der Turnhalle wurde das gemeindeeigene Gelände des trocken gelegten „Brechweihers“, das der Verein kostenlos erhielt. Zu den Großtaten in der Vereinsgeschichte gehören zweifellos die vielen freiwilligen Arbeitsstunden von Mitgliedern und Gönnern, die für dieses Projekt erbracht wurden. Inflation und Geldentwertung verursachten zusätzliche Probleme, die überwunden werden mussten. 


    Die feierliche Einweihung fand 1924 statt. Der Sportbetrieb wurde nun in die Halle und auf den Hallenvorplatz verlegt. Die Turner und Turnerinnen waren bekannt als gute Leistungssportler und schon bald schmückten viele Eichenkränze die Halle.


    Als auch das Fußballspielen die Jugend begeisterte, wurde 1921 ein neuer Verein gegründet. Er nannte sich „1. FC Dürrwangen“. Gründer war Richard Binnöder sen. Es gab noch keinen Sportplatz, daher musste auf einer Wiese gespielt werden. Bereits 1919 hatte das erste Fußballspiel stattgefunden, in dem man sich (leider) Schopfloch 0:11 beugen musste. Kein Wunder, denn damals gab es noch kaum Fußballschuhe, einer spielte mit Reitstiefeln, ein anderer mit Militärstiefeln. Da der Fußballsport immer populärer wurde, errichtete die Gemeinde am so genannten „Gaulweiher“, der (Zitat des Altbürgermeisters Beißer) „früher als feuchtes Moorgelände Hutungsgebiet für die Gänseherden der Gemeindebürger war“, einen Platz zum Fußballspielen. Das Gelände ist noch heute das Vereinsgelände des TSV. Der Verein wurde beim Bayerischen Fußballverband angemeldet und war somit ein offiziell eingetragener Verein. Man war sehr bald erfolgreich und spielte bereits in der Saison 1931/32 in der A-Klasse.


    1931 wurden zwei weitere Sportvereine gegründet, die DJK („Deutsche Jugendkraft“ – ausgerichtet auf Sportler katholischer Konfession) und der Arbeitersportverein (ASV). Damit hatte Dürrwangen vier Sportvereine. 1933 wurden die DJK und der Arbeitersportverein aus politischen Gründen durch das „Dritte Reich“ verboten. 


    Die Kriegsjahre 1939/45 machten das Austragen von Wettkämpfen unmöglich. Wieder mussten junge Sportler in den Krieg ziehen und mancher kehrte nicht mehr in die Heimat zurück. 1945 ordnete die amerikanische Militärregierung ein allgemeines Vereinsverbot an, infolge dessen alle Sportvereine aufgelöst waren.


  • Nach dem 2. Weltkrieg

    Als im Herbst 1945 die amerikanische Militärregierung wieder Sportvereine genehmigte, allerdings nur einen Verein zuließ, waren es die Verantwortlichen der beiden Vereine „Turnverein 08 Dürrwangen“ und „1. FC Dürrwangen“, die zur Gründung eines gemeinsamen Sportvereins aufriefen. Nach einigen Besprechungen und außerordentlichen Vorstandssitzungen einigte man sich auf den Namen „Turn- und Sportverein 08 Dürrwangen“, der jedoch erst in der Hauptversammlung am 06.01.1952 endgültig als Verein die Rechtsnachfolge der beiden Vorkriegsvereine antreten sollte. Die Turnhalle und die Fahne übernahm der neue Verein. Als 1. Vorstand wurde Gregor Deffner (Amtszeit 1951-1956) gewählt. 

    Vorher war bereits das Jahr 1948 ein Markstein in der Geschichte des Vereins gewesen. 38.000 Goldmark Schulden lasteten auf der Turnhalle, die somit faktisch dem Brauhaus Dinkelsbühl gehörte. Die Brauerei bot gleich nach der Währungsreform vom 20.06.1948 dem Verein an, die Turnhalle wieder zu erwerben. Nach schwierigen Verhandlungen konnte die Turnhalle mit dem dazugehörigen Platz letztendlich für 5.000,-- DM zurück gekauft werden, wofür dem Brauhaus Dinkelsbühl bis heute noch Dank gilt. Verhandlungspartner damals waren einerseits der Brauereibesitzer Herr Höhenberger sowie Herr Gehring und auf Seiten des TSV die Vorstandschaft unter dem 1. Vorstand August Rödel. Zum erstenmal in der Vereinsgeschichte gehörte nun die Turnhalle schuldenfrei dem Verein. Sportlich trat in dieser Zeit der Fußball an die erste Stelle. Bedauerlicherweise waren nach dem Krieg die anderen Sportarten „zum Erliegen gekommen“. Versuche, eine größere Vielfalt sportlicher Betätigung zu fördern, blieben lange Zeit erfolglos. Die ersten Nachkriegsjahre bis zur Währungsreform waren besonders schwer, da ohne Gegenleistung selbst mit den sog. Bezugsscheinen die für den Sportbetrieb notwendigen Gerätschaften und Artikel nicht zu beschaffen waren.

    Sportlich trat mit dem Aufstieg 1948/49 als Kreismeister in die neu geschaffene A-Klasse der Erfolg sehr schnell ein. Großen Anteil hatten Bernhard und Adolf Hilpert, die – außergewöhnlich – als Vater und Sohn in der gleichen ersten Mannschaft spielten. Damals hätte man sicherlich nicht gedacht, dieser Klasse – sicherlich einzigartig „weit und breit“ - ununterbrochen bis zum unglücklichen Abstieg 1990/91 anzugehören. 


  • Die "50er Jahre"

    Dass die „50er“ in Deutschland „Mangeljahre“ waren, lässt sich auch in der Vereinsgeschichte nachlesen. Es wurden einerseits keinerlei nennenswerte Investitionen getätigt, andererseits war man sicherlich froh, 1955 aus einem Teilgrundstücksverkauf am Turnhallenplatz für ca. 1.000 m² einen Preis von 5.000 DM zu erlösen, um damit den Sportbetrieb aufrecht zu erhalten oder in der TSV-Turnhalle kleinere Anschaffungen, wie z. B. zwei zusätzliche Sägemehlöfen, zu finanzieren.

    Beispielhaft nur zwei kleine Anekdoten aus dieser Zeit: Der Spieler Otto Hilpert bekam 1955 nach einem Sportunfall vom Verein 20 DM für den Verdienstausfall. Im Jahr 1957 traf man den Entschluss, dass in einen neu geschaffenen „Lohnausfall-Fonds“ alle aktiven Spieler 0,20 DM pro Woche einzuzahlen hätten. Für die Ausbesserung der Vereinsfahne in Höhe von 250 DM musste eine Sammlung bei den Vereinsmitgliedern herhalten. Weiter erwähnenswert bezüglich des damaligen Zusammenhalts: Zum Abschluss der Generalversammlung 1958 wurde nach einer Sitzungszeit von 15.00 Uhr bis 19.45 Uhr (!) noch das Fußballer- und Turnerlied gesungen. Ab 1956 wurde der Schankbetrieb in der Turnhalle nicht mehr von Schankwirten, sondern mangels deren Interesse, vom Verein selbst (bis heute) übernommen. Dass diese Zeiten sicherlich nicht einfach waren, zeigt sich auch am häufigen Wechsel der 1. Vorstände. Nacheinander „lösten“ sich, neben den bereits genannten August Rödel und Gregor Deffner, als 1. Vorstände Heinz Strobel (Amtszeit 1954-April 1956), MaxRiedmüller (April 1956-Jan. 1957), Karl Deffner (Jan. 1957-1958) und Klemens Göttler (1959) ab.

    Sportlich ragte aus den 50er Jahren das 1956 in einem Entscheidungsspiel in Gunzenhausen gegen die SpVgg Ansbach knapp mit 0:1 verloren gegangene Aufstiegsspiel in die Bezirksliga heraus. Für das 50-jährige Vereinsjubiläum 1958 wurde die Turnhalle gemäß den damaligen Protokollen„bescheiden“ renoviert.


  • Die "60er Jahre"

    Ab 1960 konnte man sich, dem allgemeinen Konjunkturaufschwung folgend, unter den 1. Vorständen Josef Sperlich (1960-1964), Reinholf Scheffauer (1965-1966) und Ludwig Hofmann (1967-1970) langsam an „Größeres“ wagen: Insbesondere wegen steigender Einnahmen aus dem Turnhallenbetrieb, die immer mehr die „wirtschaftliche Basis“ des TSV wurden, konnte 1960 die Turnhalle für 4.000 DM umgestaltet, 1964 neue Fenster eingebaut und 1966 für 30.000 DM die Bar, die Bühne und der sich noch heute in relativ gutem Zustand befindende Parkettboden eingebaut werden. Den steigenden Kosten trug die Erhöhung der Eintrittspreise (z. B. für Kappenabende) von 1,- DM auf 2,- DM ab 1966 Rechnung. Am Sportplatz wurde durch die Eigentumsübertragung an den TSV (im Bereich des jetzigen A-Platzes) bereits 1962 von der Gemeinde dankenswerterweise die Voraussetzung für Investitionen geschaffen. 1961 wurden für 19.000 DM Umkleidekabinen mit Geräte- und Schiedsrichterraum neugebaut, 1962 Ölöfen für die Umkleidekabinen erworben und 1966 erstmals ein Stromanschluss erstellt; letzterer mit der Aussicht, endlich heiße Duschen anbieten zu können. Nachdem auf dem einzigen Spielfeld 1967 erstmals eine Drainage eingebracht und ein Flutlicht erstellt worden war, stand, nachdem der Platz noch eingeebnet und eingesät wurde, 1968 dem 60-jährigen Vereinsjubiläum nichts mehr im Wege. Bereits im nächsten Jahr, am Wochenende des 07. Juli 1969 feierte man nicht nur 50 Jahre Fußball und 20 Jahre A-Klassenzugehörigkeit, sondern auch (sicherlich im Stillen) die Tatsache, die Schulden aus den vielen Investionen bereits restlos getilgt zu haben. Sportlich erwähnenswert aus den „60ern“ ist die 1963 nur zwei Monate dauernde Trainer-„Episode“ mit dem Altinternationen „Bumbas“ Schmidt vom 1. FCN - leider ohne den erhofften sportlichen Erfolg, sowie ein 1965 unentschieden endendes Freundschaftsspiel gegen den „Bavarian Sportclub of New York“. Sicherlich mit mehr „Zukunftswirkung“ war das Jahr 1964, als der „Stern“ von Waldemar Müller erstmals in der 1. Mannschaft aufging, bezeichnet von Vielen als unbestritten bester Fußballer, den der TSV jemals hatte.

  • Die "70er Jahre"

    Die 70er Jahre gingen endlich mit einer Erweiterung des sportlichen Angebotes des TSV einher. Hatte bis dahin nur der Fußball eine Rolle gespielt, wurden mit der gleichzeitigen Gründung der Damengymnastik-Abteilung und der „Turner“ neue Bevölkerungsschichten angesprochen und somit der TSV auf eine „breitere Basis“ gestellt. Entscheidend für diese Entwicklung war das Lehrerehepaar Wiltrud und Gerhard Klampfl, das am 24.03.1971 im Gasthaus „Zum Hirschen“ zur Gründungsversammlung einlud und jeweils die ersten Leiter dieser neuen Abteilungen waren.

    Daneben war dieses Jahrzehnt vor allem durch weitere Investitionen in die bauliche Infrastruktur geprägt. Ohne die Bereitschaft zu erheblichen Eigenleistungen einer großen Zahl von Mitgliedern wären diese nicht möglich gewesen. So fällt in das Jahr 1972 an der TSV-Turnhalle für eine Bauzeit von 15 Wochen der Ersatz des alten Vorbaus durch einen größeren Anbau. Dieser bot nicht nur ein Vereinszimmer mit 100 Plätzen, sondern wurde zudem noch unterkellert. Mit dem gleichzeitigen Küchen- und Thekentrakt addierten sich die Ausgaben für dieses Projekt immerhin auf 190.000 DM (ohne Eigenleistungen). Aber auch am Sportgelände wurde weiter „Geld verbaut“: 1970 wurde die noch heute das Gelände prägende Stehtribüne für 20.000 DM errichtet, 1971 die Umkleidekabinen erweitert und der Vorplatz gepflastert. Erstmals wurde auch ein „Ausweichplatz“ für den Fußballbetrieb errichtet, umgangssprachlich „Hummelwiese“ genannt. 1973 erfolgte der Anschluss an die öffentliche Wasserversorgung.

    Das Jahr 1975 geht als das Jahr in die Geschichte ein, an dem der TSV seinen 2. Patenverein „erhielt“, nämlich den SV Großohrenbronn. Mit Pathos heißt es in der Festschrift zu diesem Ereignis vom 27.-29.Juni 1975, das im Festzelt an der TSV-Turnhalle stattfand, dass von der „alten Vereinsfahne, dem letzten Stück des 1908 gegründeten Vereins, Abschied“ genommen werden musste. „Die sturmbewegte Zeit, zwei Weltkriege sind an ihr nicht spurlos vorüber gegangen“. Umso mehr ist der TSV heute auf die pünktlich zur 100-Jahr-Feier erfolgte Restaurierung und damit Rettung vor dem Verfall dieses geschichtlich einzigartigen, unwiederbringlichen Zeitdokuments besonders stolz.

    Ein Jahr später führte eine Entscheidung des Marktgemeinderates zu einem großen Fortschritt für den Sport in der Marktgemeinde. Man beschloss, auf dem Gemeindegrundstück „Gaulweiher“ eine Schulsportanlage zu errichten. Durch Grundstückstausch mit dem TSV entstand das gemeinsame Sportzentrum der Marktgemeinde Dürrwangen, bestehend aus Vereinsanlage und Schulsportanlage. 1979 wurde die Anlage, für die die Gemeinde ca. 700.000 DM aufbringen musste, offiziell ihrer Bestimmung übergeben. Von Seiten des TSV, der ca. 124.000 DM investierte (ohne Eigenleistungen) wurde die Platzeinweihung gebührend gefeiert im Rahmen eines Festkommerses am 06.07.1979 im Festzelt am Sportplatz und durch ein Freundschaftsspiel gegen den MTV Ingolstadt, bei dem sich die Mannschaft mit einer 1:4-Niederlage glänzend aus der Affäre zog.

    Sportlich ragten in den 70er Jahren neben zahlreichen knapp vergebenen Aufstiegschancen in die Bezirksliga vor allem 1975 die Verteidigung des DFB-Kreispokalsieges aus dem Vorjahr heraus. In Dentlein wurde der vorher weit höher eingeschätzte damalige Landesligist TuS Feuchtwangen mit 2:1 besiegt. Insbesondere für Karl Kolb, der als seinerzeitiger Schütze des Siegtores noch heute ständig sprachlich verbunden wird mit der damaligen Zeitungsschlagzeile „Karl Kolb, diesen Namen muss man sich merken“, wird dieses Spiel unvergessen bleiben. Daneben waren im Nachwuchsbereich der 70er Jahre prägend die Namen Josef Roder (Jugendleiter) durch seine großen Erfolge und Max Oppel (Schülerleiter) durch sein liebenswürdiges, oft als „Einzelkämpfer“ engagiertes Wesen, der sich nicht scheute in seinem Pkw-Kombi komplette Schülermannschaften zu den Spielen zu fahren, nicht ohne vorher die Kinder zu belehren, sich sofort zu „ducken“, sobald ein Polizeiauto in Sicht käme. Nicht vergessen zu erwähnen sollte jedoch auch die erstmalige Ausrichtung des Dorfpokales 1978 sein, bei dem unter Volksfeststimmung acht Mannschaften um den Sieg kämpften. Obwohl noch damals aus reinen Hobbyspielern und älteren „Honoratioren“ (stellvertretend ist hier nur der frühere 2. Bgm. Paul Mösch genannt) zusammengesetzt, ließ sich bereits damals die später noch viel ausgeprägter werdende Rivalität zwischen den Mannschaften erkennen. Wer erinnert sich heute nicht mehr gerne an die damaligen Mannschaftsnamen „Vorstadträuber“, „Berg-und-Tal Halsbach“, „Kellerberg-Kickers“, „Rote Erde Haslach“, „FC Ostfront“, „Sulzachtaler Sportfreunde“, „Tannenbusch Füchse“ oder „Internationaler HFN“?

    Letztes „Highlight“ in diesem Jahrzehnt dürfte die Vorstellung der sportlichen Aktivitäten des TSV am 06.08.1979 im Beitrag „Wir kommen nach …“ in der Sendung „Blickpunkt Sport“ des Bayerischen Rundfunks gewesen sein. Über die Aussage des Moderators zu einem Dürrwanger „Steppke“ „und das ist Uwe (Soldner)“ schmunzelte man bereits damals und wird dies auch heute nach knapp 30 Jahren sicherlich noch tun. Zur Aufzeichnung der Sendung waren dreißig Teilnehmer eingeladen worden, die aus allen gesellschaftlichen Bereichen Dürrwangens und der Ortsteile wegen der großen Nachfrage zur Einhaltung des Proporzes nach strengen Auswahlkriterien „nominiert“ werden mussten.


  • Die "80er Jahre"

    Ein wichtiger Beschluss fiel in der Jahreshauptversammlung am 11.07.1981, nämlich den Termin der Jahreshauptversammlung einheitlich wieder auf den 06. Januar zu verlegen, erstmals ab 1982 und damit eine Rückkehr auf die Zeit vor 1975. Dadurch konnten zum Einen wieder wesentlich mehr Mitglieder als in den vorher unterschiedlich in den Sommermonaten stattfindenden Versammlungen begrüßt werden und zum Anderen trat damit eine inzwischen liebgewonnene Regelmäßigkeit ein, dass das „TSV-Jahr“ immer am 06. Januar endet bzw. neu beginnt.

    Der Fußballsport war in diesem Jahrzehnt mit wechselhaftem Erfolg gekennzeichnet. Hatte man zu Beginn der 80er Jahre noch einmal den Aufstieg kurz „vor Augen“, nämlich in der Saison 1981/82, als man im Entscheidungsspiel um die Meisterschaft gegen Mitteleschenbach verlor und in zwei weiteren Spielen zunächst gegen Cadolzburg gewann, um dann gegen Altenfurt „Lehrgeld“ zu bezahlen, so musste man sich später mit „mittleren Regionen“ in der Tabelle begnügen. Gegen Ende des Jahrzehnts „schrammte“ man jeweils nur knapp am Abstieg vorbei und es zeichnete sich bereits ab, was im Spieljahr 1990/91 als „Supergau“ enden sollte.

    Das Jahrzehnt war jedoch auch eine Zeit von Jubiläen: Mit einem sportlichen Wochenende am 28. und 29.06.1980 feierte man (verspätet) das 30-jährige A-Klassen-Juliäum. Am 1. Juli 1983 feierte man in einem Festzelt am Sportplatz das 75-jährige Vereinsjubiläum. Sportlich maß man sich mit „Wacker München“, damals Bayernligist, unterlag jedoch erwartungsgemäß mit 1:7. Eine Steigerung ergab das Jahr 1988, als man am Wochende 08.07.-10.07.1988 im Festzelt am Sportplatz nicht nur auf 80 Jahre Vereinsbestehen, sondern auch auf 40 Jahre ununterbrochene A-Klassenzugehörigkeit der Fußballer zurück blicken konnte. Auch hier setzte es mit mit 2:9 eine „gehörige Schlappe“, dies relativiert sich jedoch, da es sich beim Gegner um den bereits damals mächtig aufstrebenden TSV Vestenbergsgreuth handelte. Unvergessen verbunden bleibt mit diesen, wie auch mit früheren Festen der „Dauer-Festausschuss-Vorsitzende“ Engelbert Spetzler, der vor allem auch durch seine starke Persönlichkeit (und auch Zigarren) vielen Älteren, jedoch auch noch dem „Mittelalter“, noch heute ein Begriff ist.

    Organisatorisch änderte sich im Verein auch Einiges. Als man durch entsprechenden Beschluss der Änderung der Vereinssatzung am 23.03.1986 die Möglichkeit der Gründung von Abteilungen satzungsgemäß verankerte, wurde am 07.12.1985 unter ihrem ersten Abteilungsleiter Dieter Gruber die „Tennis-Abteilung“ offiziell „aus der Taufe gehoben.“. in der Jahreshauptversammlung am 06.01.1988, wurde mit der Volleyball-Abteilung eine kleine, aber sehr rührige Gruppe unter ihrem Leiter Markus Baumgärtner gegründet.

    Wirtschaftlich fand ab dem Jahr 1987 eine Nutzungsänderung der TSV-Turnhalle statt. Nachdem die regelmäßigen Tanzveranstaltungen (z. B. 1973 noch 33 Veranstaltungen in der Turnhalle), die früher fast immer ausverkauft waren und so bekannte Gruppen wie die „Flippers“ oder auch regionale Musikgrößen wie „Keili“ Keilhofer nach Dürrwangen führten, leider immer weniger an Besuchern anlockten, versuchte man ab 1987, die TSV-Turnhalle vermehrt durch Vermietungen an einen örtlichen Gastronomiebetrieb und später an eine sog. „fahrende Disco“ („Light-Fire“) als Wirtschaftsfaktor zu stabilisieren. Als „feste Größen“ veranstaltete man danach nur noch den sog. „Sportlerball“, Pfarrfasching und den Kirchweihtanz (später „Weinfest“ und Weihnachtsfeier). Finanziell für die Dürrwanger Fußballer bedeutsam war noch der 07.06.1989, als der „Förderverein des Dürrwanger Fußballsports“ gegründet wurde, der fortan direkt die Aktiven mit Bekleidung und Ausstattungsgegenständen, und die Abteilung mit Zuschüssen z. B. für die Beschaffung von Fußballtoren unterstützte.


  • Die "90er Jahre"

    Das Jahrzehnt begann mit einem „Paukenschlag“ im negativsten Sinn, denn die 1. Seniorenmannschaft stieg in der Saison 1990/91 erstmals in ihrer Geschichte in die B-Klasse ab, drohte dort zunächst, weiter „durchgereicht“ zu werden und konnte sich im Laufe der Saison nach einer langen Aufholjagd erst nach dem Gewinn eines Entscheidungsspieles vor einem weiteren Abstieg retten.

    Die Vereinsstruktur erfuhr in der Jahreshauptversammlung am 06.01.1992 durch die Beschlussfassung des sog. „neuen Vereinskonzeptes“ die umfassendste Änderung in ihrer Geschichte. Die „Fußballer“, die bisher ihre „Heimat“ noch im Hauptverein hatten, sollten durch Gründung einer eigenen Abteilung mit den anderen Abteilungen gleich gestellt werden. Hierzu war es vonnöten, in der Vereinssatzung die Zusammensetzung des Vereinsausschusses neu zu definieren: In der Versammlung wurde daher beschlossen, anstelle der zahlenmäßig großen Beisitzerzahl früherer Jahre künftig ganz auf Beisitzer zu verzichten und den Vereinsausschuss nur noch aus der Vorstandschaft des Hauptvereins und den Abteilungsleitern zu bilden. Dies war auch der Beginn der Epoche des am 02.02.1992 gewählten. Vorstandes Franz Winter, ab dessen Wahl auch ständig das Thema „Renovierung der TSV-Turnhalle“ auf der Tagesordnung der Sitzungen stand. Zuvor hatte Ehrenmitglied Jürgen Rotter fast 14 Jahre, von 1978 bis 1992, die Geschicke des Vereins gelenkt. Jürgen betreute zwischen 1970 bis 2006 zahlreiche Jugendmannschaften, mit denen er vor allem auch im geselligen Bereich viel unternahm. Zudem war es Rotter, der den heute in Dürrwangen fest etablierten Weihnachtsmarkt ins Leben rief. In der Folge des Beschlusses vom 06.01.1992 fand am 06.03.1992 die Gründungsversammlung der Fußballabteilung statt, bei der Karl Bößenecker zum ersten Abteilungsleiter gewählt wurde. Am 06.01.1993 wurde die im Laufe des Vorjahres erarbeitete sog. „Vereinsordnung“ beschlossen, die die Zuständigkeiten, Aufgaben und Rechte des Hauptvereines und der künftig fünf gleichberechtigten Abteilungen „Fußball“, „Tennis“, „Damengymnastik“, „Volleyball“ und „Turner“ regelt.

    Die Jahre 1993 und 1994 waren von baulichen Tätigkeiten am Sportplatz-Gelände geprägt. So wurde das Vereinsheim umfassend erweitert, eine großzügige Küche neu installiert und somit erst ab dieser Zeit zu einem „echten“ auch gastronomische Wünsche erfüllenden Heim für alle Vereinsmitglieder entwickelt, nachdem das Vorgängergebäude als reiner Zweckbau lediglich für Mannschaftssitzungen geeignet war. Dank großer Eigenleistungen von ca. 2.500 Stunden, bei denen sich besonders Waldemar Müller hervortat, konnten die eigenen finanziellen Aufwendungen auf ca. 92.000 DM begrenzt werden. Das Vereinsheim wurde seitdem privat verpachtet und stellt seitdem neben der TSV-Turnhalle eine zusätzliche wichtige Einnahmequelle für den TSV dar. Steigende Wasserverbrauchsgebühren veranlassten den TSV im Jahre 1994 zum Einbau einer Beregnungsanlage für den A- und B-Platz, die mit Brunnenwasser versorgt wird. Trotz der großen Investitionssumme von 41.000 DM, jedoch „gemildert“ durch verschiedene öffentliche Zuschüsse, erwies sich diese Maßnahme schon sehr bald als erfolgreiche und zudem ökologisch sinnvolle Zukunftsinvestition. Die Abwasserentsorgung verbesserte man im Dezember 1995 durch den Bau eines Erdklärbeckens auf dem der Staatsstraße gegenüber liegenden Grundstück. 1996 erfolgte noch mit dem Anbau einer Garage und eines Raumes für die Gerätschaften der Volksschule eine „kleinere Baumaßnahme“, die somit den auch heute noch aktuellen Anblick der „Hüttenwerke TSV-Gelände“ vervollständigte. Seit diesem Jahr zeigte sich auf dem Vereinsgelände immer öfter eine kleine Gruppe älterer Mitglieder, liebevoll „Rentnerband“ genannt, die in der Folge bei allen größeren und kleineren Baumaßnahmen den TSV-Verantwortlichen freiwillig mit Rat und Tat zur Seite standen, und seitdem nicht mehr wegzudenken sind. Mit der Einweihung des Beach-Volleyball-Feldes am 27.06.1999 wurde der vorläufig letzte „Mosaikstein“ des umfassenden Sportangebotes dem TSV-Gelände hinzugefügt, der fortan nicht nur den Volleyballern sondern auch allen anderen Interessierten frei zur Verfügung stand und noch heute steht.

    In der Jahreshauptversammlung am 06.01.1997 wurde der Verein rechtlich auf den neuesten Stand gebracht, indem die im Wesentlichen aus dem Jahre 1923 stammende Satzung durch eine aktuelle, der Mustersatzung des BLSV entsprechende neue Vereinssatzung ersetzt wurde.

    An gesellschaftlichen Veranstaltungen etablierte sich seit dem Jahr 1994 der TSV-Weihnachtsmarkt vor der TSV-Turnhalle, der sich immer mehr zu einem Weihnachtsmarkt für die gesamte Gemeinde entwickelte.


  • Das "Neue Jahrtausend"

    So negativ, wie das letzte Jahrzehnt begann, so positiv begann das neue Jahrtausend für die Fußballer, denn die „Schmach“ des ersten Abstiegs in der Vereinsgeschichte wurde in der Saison 1999/2000 durch den (natürlicherweise ebenfalls) ersten Aufstieg von der Kreisklasse in die Kreisliga, die der früheren A-Klasse entspricht, wenn schon nicht „gänzlich ausgelöscht“, jedoch zumindest wieder gut gemacht.

    Das Jahr 2001 sollte endlich auch das „Problem TSV-Turnhalle“ etwas näher einer Lösung zuführen. Der Hauptausschuss stellte am 06.01.2001 der Mitgliederversammlung zwei Alternativen für die Zukunft der TSV-Turnhalle zur Abstimmung: Entweder sollte die Halle an die Marktgemeinde ohne weitere Verpflichtung des TSV verkauft werden, oder es sollte ein gemeinsames Vorgehen mit der Gemeinde stattfinden, bei der die Gemeinde investiert und der TSV verpflichtend für zunächst 5 Jahre die Bewirtschaftung und den Gebäudeunterhalt der Halle übernimmt. Die bereits im Hauptausschuss heftig kontrovers geführte Diskussion setzte sich auch in der Jahreshauptversammlung fort. Knapp durchsetzen konnten sich schließlich die Befürworter des Verkaufs an die Gemeinde ohne Verpflichtung. Nicht zuletzt überwog die Befürchtung, dass eine neue Halle allein mit ehrenamtlichem Engagement nicht gewinnbringend betrieben werden könne, ohne dass nicht gleichzeitig die Substanz der Halle vernachlässigt werden müsste. Nach mehreren Behandlungen des Themas in Marktgemeinderat und TSV-Hauptausschuss und auch in einer gemeinsamen Sitzung lud am 24.02.2002 der TSV unter seinem neuen 1. Vorsitzenden Dieter Siebachmeyer zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung ein. Hier entschied sich eine große Mehrheit für den Beschluss, anstelle eines Verkaufs an die Gemeinde dieser die TSV-Turnhalle mit Vorplatz in Erbpacht für 99 Jahre zur Verfügung zu stellen, jedoch weiterhin die Bewirtschaftung übernimmt. Nicht zuletzt hätte sich dadurch die Gemeinde die Bezahlung eines Kaufpreises erspart und der TSV hätte weiterhin von „seiner“ TSV-Turnhalle sprechen können. Die Marktgemeinde entschied sich jedoch im Laufe des Jahres 2002 wegen rechtlicher Bedenken anders und strebte als einzige Möglichkeit nurmehr den kompletten Kauf der Halle mit Vorplatz an. Erst in der Jahreshauptversammlung am 06.01.2004, nachdem ein entsprechendes Kaufangebot der Gemeinde vorlag, fasste der TSV fast einstimmig den Beschluss, die TSV-Turnhalle mit Vorplatz für 190.000 € an die Gemeinde zu verkaufen und den Kaufpreis werterhaltend und sicher an zu legen.

    Im Jahr 2002 erfuhr das Sportgelände wiederum eine erhebliche Aufwertung durch den Anbau einer Pergola ans Vereinsheim, die danach bei vielen sportlichen und auch gesellschaftlichen Ereignissen ihren großen Nutzen durch die weitestgehende Unabhängigkeit von Wetterkapriolen bewies. Weniger mit Öffentlichkeitswirkung, jedoch nicht unwichtiger, war der im Jahr 2003 erfolgte Anschluss an das öffentliche Kanalnetz der Gemeinde. Bereits zu Beginn des Jahres war die Tennisanlage in einem 260m langen Graben mit Strom-, Wasser- und Abwasserleitungen vom TSV-Vereinsheim her erschlossen worden, was der Tennisabteilung endlich ermöglichte, ein standesgemäßes Mehrzweckgebäude mit Sanitäreinrichtungen zu erstellen. 2006 erhielt das Vereinsheim einen schon längst überfälligen farbkräftigen Neuanstrich.

    Am 10.06.2005 begann mit der ersten Zusammenkunft des Festausschusses für die 100 Jahr-Feier die „heiße“ Phase des Gründungsfestes des TSV. Dieses möge hoffentlich einen guten Verlauf nehmen, sodass auch in künftigen Festschriftbeiträgen stolz auf dieses Jubiläum zurückgeblickt werden könne.


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