Geschichte

Begonnen hat das Leben der „aktuellen“ Turngruppe im Jahre 1971 und der erste und langjährige „Häuptling“ Gerhard Klampfl hat dies im Jahre 1976 wie folgt dokumentiert:

„Im März 1971 fand im Gasthaus „Zum Hirschen“ unter Leitung vom 1. Vorstand, Albin Haselmann, die Gründungsversammlung statt. 25 Frauen und 8 Männer bekundeten durch ihre Anwesenheit ihr Interesse am Turnern. Jeden Montag sollte für die Männer, jeden Mittwoch für die Frauen der Turnabend sein. Ziel der Neubelebung der alten Turntradition in Dürrwangen war neben der körperlichen Ertüchtigung vor allem, dass „die Turnriege zu einer echten Sportgemeinschaft zusammen wachsen werde“, wie der Berichterstatter der FLZ damals schrieb. Dies hat sich bei den Turnern auf jeden Fall verwirklicht.“

Das liegt nun 37 Jahre zurück und die Turner gibt es immer noch. Natürlich wechselten die Aktiven, schon aus Altersgründen oder durch Wegzug – dennoch gibt es noch einen Aktiven, der seit Beginn dabei ist. „Ludwig Engelhard“ – ein Gründungsmitglied und momentan der älteste unter den aktiven Turnern. Wenn man nun glaubt, „unser Ludwig“ wäre auf Grund seines Alters einer der Schwächeren der täuscht sich. Spätestens nach dem ersten Turnabend von Neuankömmlingen kommt die Frage, wie alt ist er? Wahrscheinlich hat er dann beim Badminton gegen Ludwig verloren oder er war erstaunt, dass er beim Volleyball einen der besten Zuspieler gesehen hat. Neben Ludwig sind aus den Anfangsjahren Schiebel Heinz und Winter Franz ebenfalls noch dabei.

Zurück zu den ersten Jahren. In keinem Rückblick der Turner wird er fehlen: „Gerhard Klampfl“. Er war der erste „Turnvater“, „Häuptling“ oder „Majestix“ – ein Beispiel einiger Namen, die ihn die Turner gegeben haben. Letztere Bezeichnung wegen seiner Vorliebe für Asterix und Obelix. Annähernd „dreißig“ Jahre stand er nicht nur sportlich, sondern auch organisatorisch den Turnern vor. Schade, dass er durch seinen Wegzug nicht mehr bei uns aktiv ist. Mit seinem Namen sind viele „außersportliche“ Aktivitäten der Turner verbunden. Ihm war klar, dass diese Gruppe nur dann überlebt, wenn es neben den Sport weitere Gemeinsamkeiten und Aktivitäten geben muss. So aktivierte er die Gruppe, an den Marktfesten – bis zum heutigen Tag – für das Essen zu sorgen. Die Mannschaft steht heute noch geschlossen, mit einer großen Gruppe, damit die Verköstigung an diesem Tag funktioniert.

Ins Leben gerufen wurden aber auch durch ihn die Schafkopfturniere, die traditionellen Weihnachtsfeiern, die Vatertagsausflüge, die Bergwanderungen, Skifahrten oder die Familienwandertage. Veranstaltungen, die es heute noch überwiegend gibt. Wenn man speziell an die Familienwandertage denkt, so würde sich mancher Fremde fragen, welche Gruppe ist denn hier unterwegs. Nicht nur vom Alter her eine breite Fächerung, nein – Kinder, Enkelkinder, passive Mitglieder, bis hin zu den Hunden – alle sind dabei um mit einer Wanderung zu beginnen, zu feiern, essen und trinken und dann auch sportliche Wettkämpfe durchzuführen.

Nach dieser „Klampfl-Ära“ gab es eine kurze führerlose Zeit. Der Sportbetrieb lief unkompliziert weiter, denn die Gemeinschaft verwaltete und organisierte sich selber. Bis wir dann, tja – einen neuen Häuptling fanden, über den wir sehr froh sind: „Dirk Bauermann“. Er turnt nicht vor, nein, dazu fanden wir andere, aber er ist der Manager, der Treiber, der Organisator. Ob die Verbindung zum Hauptverein, das zahlreiche Managen der außersportlichen Aktivitäten, bis hin zu den Skifahrten, an denen er, als Nichtskifahrer gar nicht teilnimmt. Sorgenfrei können wir zu unserem Sport gehen, denn organisatorisch und planerisch hält uns der Dirk den Rücken frei.

Die Rolle des Vorturners hatte bis vor Kurzem Dieter Siebachmeyer. Trotz der Aufgabe des Vereinsvorstands, die er über Jahre innehatte, trieb er uns zu Beginn der Turnstunden den Schweiß auf die Stirn. Nach modernster Methodik schaffte er es, dass die meisten Turner am Dienstag oder Mittwoch feststellen, dass an manchen Körperstellen auch Muskeln sind (Muskelkater). Im Sommer allerdings beschränkten sich die Angaben unseres „Vorturners“ nur auf spitze Bemerkungen, die er in oder neben der Beachvolleyballanlage am Sportgelände von sich gab. Das gehörte zum Ablauf des Turnabends dazu und wäre es nicht gekommen, dann hätten wir getuschelt, ob der Dieter krank sei. Ein „dickes Kompliment“ an dieser Stelle an unseren ehemaligen Vorturner.

Viele Geschichten und Geschichtchen gäbe es zu erzählen. Es wäre seltsam, wenn es sie nicht gäbe. Denkt man an die ersten Turnstunden in der alten Turnhalle. So fällt einem ein, wie wir früher Volleyball spielten. Die Außenlinie war die Wand! Das ging ja noch, da gab es auch selten Diskussionen, ob der Ball „aus“ oder „drin“ war. Probleme waren da eher die in den Raum stehende Heizung, die Kletterstangen oder die Sprossenwand. Es gab manchen verstauchten Finger oder blau geschlagenen Fuß. Beim Fußballspielen war eine aufgestellte Matte das Tor und wenn ein Ball nun wirklich nicht „raus wollte“ aus den Kletterstangen, dann schlug man auch mal gegen diese Hindernisse. Denken muss man auch dabei an unseren Pfarrer Albert Betz, der lange Jahre bei den Turnern aktiv war und leider schon verstorben ist. Ein Mann ohne Schmerzen. Er teilte kräftig aus, aber er steckte auch klaglos ein – so mancher schüttelte zuschauend den Kopf, wie er ohne Klagen die Querschläger einsteckte. Amüsant und immer lustig die Kämpfe eines Antretter´s Otto – leider ebenfalls schon verstorben – der mit seiner fülligen Maße einen Ball in der Ecke abdeckte, so dass keiner reagieren konnte. Amüsant wurde es dann immer, wenn er dann anfing zu lachen und dabei die ganze Truppe ansteckte.

Damals, unter der Leitung von Gerhard Klampfl gab es auch noch vermehrt die Turnübungen am Gerät. Es kann sich jeder vorstellen, wenn gestandene Mannsbilder, die wahrscheinlich noch nie an den Ringen vorher geturnt hatten, urplötzlich dort Übungen machen sollten. „Die Füße in die Ringe und den Körper zum Boden hängen lassen“ – solche Übungsbefehle sollten dann ausgeführt werden. Es kann sich jeder ausmalen, wie dann ein „graziöser“ und „eleganter“ Körper eines Hans Schmutterer – mit leichtem Übergewicht – in den Ringen hing, den Kopf nach unten und bittend die Mitturner anflehte, ihn zu befreien. Für jeden vorstellbar, dass diese Übung später den Namen „sterbender Schwan“ erhielt und die Befreiung oft länger andauerte, denn die Sportfreunde mussten erst die Lachkrämpfe beenden, um dann unter großem und mehrköpfigen Aufwand den Hans zu erlösen.

Mitte der achtziger Jahre zogen wir dann in die neu gebaute Schulturnhalle um. Das Fußballspielen in der alten Halle wich dem Badmintonspiel im neuen Sporttempel. Mittlerweile gibt es richtige Spezialisten. Angriffsspieler und Abwehrspieler, Taktiker und Spezialisten für Stoppbälle. Meist wird im Doppel gespielt, für Einzelspiele sind wir zu viele, aber es finden sich immer gleichstarke Spieler, um eine Ausgewogenheit im Spiel zu erreichen. Gekämpft wird dann auf allen Feldern und oft spitzt man auf das Nachbarfeld, wenn die Ballwechsel dort mit großem Engagement gespielt werden.

Vieles gäbe es noch zu berichten, wie die sonderbaren Speisenfolge beim Einkehren – Sauerkraut, „Noisettla“, hart gekochte Eier. Manche schaffen es auch noch, nachts um 23.00 Uhr Schnitzelsandwich oder „mehrere“ Fischsemmel zu verspeisen. Früher wurde viele Jahre „gedichtet“ in gesammelten Bänden aufbewahrt, heute wird in der großen Runde „geschnauzt“ und es ist üblich, dass dabei den anderen in die Karteln geschaut wird. Trotzdem gibt es einen Gewinner und auch „unglückliche“ Verlierer.

Eine seltsame Gruppe, die „Turner“. Wir werden wohl die „Kleinsten“ bleiben in der großen Sportfamilie des TSV, aber wir sind vielleicht die, zu der jeder kommen kann, ob „großer Sportler“ oder „Anfänger“. Keiner wird abgewiesen und so entwickelt schon mancher sportliche Fähigkeiten, die er in sich nicht vermutet hätte. Auch sind wir geografisch breit aufgestellt. Die Turner kommen nicht nur aus Dürrwangen, sondern auch aus Hopfengarten, Hirschbach, Haslach und Halsbach. Sogar aus Dinkelsbühl kommen einige Mitstreiter und zählen dabei sogar zum „harten“ Kern der MONTAGSTURNER.

( © Franz Winter)